Manufaktur Kolumbien



Kolumbien


Geschichte – Manufaktur Kolumbien

Die Zusammenarbeit zwischen Harold‘s und der Fabrik in Kolumbien begann 1985. Der Betrieb produziert lediglich für zwei Kunden: eine amerikanische Marke und Harold‘s – für Harold‘s die beiden Marken Harold‘s und dothebag. Ein Großteil der Harold‘s-Kollektion und die Serien der Marke dothebag werden in einer kleinen Fabrik in Südamerika gefertigt. Diese Kooperation besteht seit 1985. Grundlage sind gesetzlich geregelte Arbeitsverträge und sozial versicherte Arbeitsplätze – im Gegensatz zur verbreiteten Wanderarbeiterschaft. Die Richtlinien führen dazu, dass die Mehrzahl der Arbeiter seit über 20 Jahren in der Fabrik arbeiten.

Ein Umstand, der wiederum die Voraussetzung für qualitativ nachhaltig produzierte Taschen ist, da das Know-how in der Fabrik bleibt, bzw. schrittweise ausgebaut werden kann.

Die eingesetzten Leder stammen aus der unmittelbaren Region der Produktionsstätte. Das gilt ebenso für die Rinder, die, wie in Südamerika üblich,

stets im Freien leben. Gleiches bezieht sich auf die eingesetzten Metallteile und Linings mit hoher Stichausreißfestigkeit. Berücksichtigt man noch die produzierte Qualität ist dies ein Umstand, der die Ökobilanz der Produkte massiv verbessert, auch wenn am Ende die Waren von Südamerika nach Europa transportiert werden.

2002 wurde die Zusammenarbeit mit dothebag gegründet. Die Taschen dieser Marke werden von den beiden Industrie-Designern Olaf Schroeder und Sabine Winkler entworfen.

In dieser Kooperation fließen außergewöhnliches Design und altes handwerkliches und technisches Know-how ineinander. Die Taschen und Produkte dieser Marke sind auf der Internetseite www.dothebag.de zu sehen. Durch die Anfertigung des anspruchsvollen dothebag Designs erweiterte die Manufaktur ihr Know-how, wie man Entwürfe handwerklich in unterschiedlichen Ausdrucksformen umsetzen kann.



Kolumbien Worker leather


Material & Qualität – Manufaktur Kolumbien

Südamerika ist bekannt für sein kerniges und ausdrucksvolles Leder. Traditionell werden die Tierhäute so natürlich wie möglich verarbeitet, mit dem Ergebnis, dass der Rohstoff in den Produkten erkennbar bleibt, etwa in Form von Maserungen, die sich durch den Lebenslauf des Tieres ergeben. Man könnte dieses Prinzip mit dem kolumbianischen Begriff „Hecho a mano“ (wörtlich übersetzt: „handgemacht“) zusammenfassen, der einerseits den Wert von Handarbeit darstellt, diesen jedoch unweigerlich mit der Regel verbindet, die Dinge so wesensgemäß wie möglich zu behandeln und zu verarbeiten. In diesem Sinne leben südamerikanische Rinder üblicherweise in weitläufigen Arealen ganzjährig im Freien, meist weit oben in den Bergen fernab der Zivilisation – im Gegensatz zur in Europa verbreiteten Stalltierhaltung. Sie ernähren sich von natürlichen Gräsern, so dass ihre Haut in der Faserstruktur ausgewogener und ausdrucksvoller in der Oberfläche ist, aber auch kleinere Narben oder Mückenstiche aufweisen kann,

also eine Lebensgeschichte speichert. Hinsichtlich der – im Hauptprozess vegetabilen – Gerbeverfahren versucht man nicht das Leder optisch zu homogenisieren, sondern es unter Erhaltung seiner natürlichen Erscheinung – dem sogenannten Narbenbild – in die jeweilige ästhetische und qualitative Richtung zu lenken.

Daraus ergibt sich eine authentische und individuelle Anmutung, die wir auch auf unsere Produkte anwenden. Die Formsprache unserer Taschendesigns ist klar mitteleuropäisch geprägt, bezüglich der Aussage des Materials schätzen wir jedoch die Schönheit der naturbelassenen Lederqualitäten Südamerikas. Die Kombination erzeugt das besondere Merkmal jeder Harold’s Tasche.

Wir lieben Farben und experimentieren gerne mit unterschiedlichen Verarbeitungstechniken, aber immer mit Respekt gegenüber dem Rohstoff.



Arbeitsbedingungen – Manufaktur Kolumbien

Die Arbeiter/innen verfügen über eine Krankenversicherung (EPS), eine Industrieversicherung (Unfallversicherung), eine Rentenversicherung, der Caixa de compensacion (Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, Wohngeld, Kindergeld) und eine Sozialversicherung. Die Arbeiter erhalten Arbeitsverträge, die mindestens ein Jahr gültig sind. Die Laufzeit und der damit verbundene Lohn muss in jedem Falle erfüllt werden. Eine vorzeitige Kündigung vonseiten des Arbeitgebers ist nicht möglich. Die Versicherungen und die vertragliche Regelung bieten ein Umfeld für stabile Arbeitsverhältnisse, vor allem im Vergleich zu der in der Lederwarenbranche verbreiteten Wanderarbeit.

Ferner arbeitet unser Partner mit geregelten Arbeitszeiten von 48 Stunden pro Woche (9,2 Stunden wochentags mit drei Pausen, sowie 4 Stunden samstags). Den Arbeitern stehen 18 bezahlte Urlaubstage zu. Diese werden in der Regel um die Weihnachtszeit genommen, sodass – zusammen mit den sonstigen Feiertagen – der Betrieb von Mitte Dezember bis Mitte Januar üblicherweise fünf Wochen geschlossen ist (Bedingungen entsprechen der SA80 Norm).

Auch hält die Produktionsstätte umfangreiche Sicherheitsvorschriften ein. Das Arbeitsumfeld (Akustik, Abstände, Sauberkeit) entspricht europäischen Standards, ebenso die Qualität der Maschinen (etwa Nähmaschinen und Stanzen), die vornehmlich aus Europa kommen. Während der Arbeitszeit läuft Salsamusik. Die Arbeitsumstände sowie die genannten gesetzlichen Grundlagen und Versicherungen sind mitunter die Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Produktion, die nur durch langjährige Erfahrung und Schulung entstehen kann. Die Arbeiter/-innen verfügen über ein sehr hohes handwerkliches und technisches Wissen, wodurch sie sich und die Fabrik voranbringen und welches sich in einer sauberen und nachhaltigen Verarbeitung bemerkbar macht.

Karte Kolumbien
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